Würmer

Jawoll ja, der gemeine Rotwurm, bisweilen auch Regenwurm genannt, ist des Anglers bester Freund. Man kann mit ihm so ziemlich alles Fangen, was Flossen hat, von A wie Aal bis Z wie Zander. Er kringelt sich sehr schön am Haken (und Bewegung ist immer gut ;)), riecht streng (auch Gerüche sind nicht zu unterschätzen) und fällt nicht ohne weiteres vom Haken ab. Man kann ihn in allen Wassertiefen anbieten, an der Posenangeln unter der Oberfläche, im Mittelwasser oder auf dem Grund. Wer es noch etwas größer mag, greift aber gleich zur Taumade, einem Wurm, der noch um einiges größer und dicker ist als der Rotwurm und auch bei größeren Fischen nicht unbeliebt ist. Nur finden muss man die Burschen erst einmal. Wer das nicht kann oder will, geht am nächsten Angelshop vorbei und kauft sich diese Erdwühler einfach. Billig ist der Spaß allerdings nicht.

Einsatzgebiet

Würmer sind hervorragende Köder beim Ansitzangeln, egal ob an einer Posenmontage oder Grundangel. Tagsüber sind Barsche ganz besonders verrückt danach, aber auch Karpfen, Schleie, Karauschen, Brassen (Bleie, Brachsen), Rotaugen (Plötzen) und sogar kleinere Hechte und Zander schnappen gern danach. In der Dämmerung oder nachts, wenn der Aal in Beißlaune kommt, kann man mit Würmern Sternstunden erleben. Tauwürmer sind natürlich nicht zu schlagen, aber aus meheren Rotwürmern lassen sich auch verführerische Happen zaubern. Ein weiterer Vorteil ist, dass Würmer sich nicht wie Teig im Wasser auflösen oder wie Kartoffeln schnell abfallen. In Verbindung mit einem sog. Wurmhaken, erkennbar an den zusätzlichen Widerhaken am Hakenschaft, löst sich selbst bei einem kraftvollen Einwurf oder bei längerer Zeit im Wasser nichts ab.

Nachteile

Der Vorteil, dass im Zweifel kein Fisch den Wurm verschmäht, kann auch zum Nachteil werden. Es kann schnell zum Ärgernis werden, wenn man Karpfen, Schlei und Co. nachstellt und die mühsam aus der Erde gepolkten Würmchen ständig von Güstern und Plötzen zerfetzt werden. Und da haben wir auch schon einen weiteren Nachteil. Es ist recht aufwendig, an diese Köder heranzukommen. Ich erinnere mich an unzählige Stunden, in denen ich im Unterholz mit dem Klappspaten umhergeirrt bin und dann neben wenigen halbstarken Exemplaren meines Zielköders vor allem Mücken gefunden haben. Gerade im Sommer ist die Suche eine Qual. Glück für den, der  einen gesunden Garten hat und  sich solche Torturen ersparen kann. Alternativ kann man das Viehzeug auch käuflich erwerben. Viele Angelshops bieten Würmer und Maden an. Ansonsten könnte Sie nur noch der eventuelle Ekel vor weichen und mit stinkendem Wurmsekret gefüllten Ringeltierchen abschrecken, aber wer den Geruch einer stinkenden Güster aushält, wird auch das verschmerzen ;)